ERziehung Adultismus

Auch wenn du das Wort noch nicht kennst, ist es dir höchstwahrscheinlich schon einmal begegnet.

Sprüche wie: 

“Mach nicht so ein Theater!”

“Benimm dich!”

“Tu nich so blöd!”

“Das ist ja nicht so schlimm!”

“Das tut man nicht!”

“Keine Widerrede!”

hat wahrscheinlich jeder von uns schon einmal gehört. Sei es, weil unsere Eltern solche Sätze  früher auch zu uns gesagt haben, oder weil wir im Freundes- oder/und Familienkreis schon einmal so eine Situation beobachtet haben.

Hinter all diesen Aussagen steckt Adultismus, ein Machtgefälle zwischen Jung und Alt, nur aufgrund des höheren Alters. Aufgrund dieses Machtgefälles ist es dem Erwachsenen möglich mit dem ihm unterlegenen Kind respektlos und wenig wertschätzend umzugehen.

“Keine Widerrede!” – das ist das was Kinder wohl noch immer oft zu hören bekommen. Dabei wünschen sich die meisten Eltern, dass ihre Kinder zu selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen, die sich trauen ihre Meinung zu vertreten. Ein Widerspruch. Wenn Kinder nicht lernen zu widersprechen, dann wird es für diese Kinder im Erwachsenenalter schwer das noch nachträglich zu erlernen. Dann haben sich nämlich schon negative Glaubenssätze verfestigt, bei denen es schwer ist sie wieder loszuwerden.

“Mach nicht so ein Theater!” oder “Das ist ja nicht so schlimm!” Wenn wir wollen, dass unsere Kinder zu ihren Gefühlen stehen, sich dafür nicht schämen und offen ihre Bedürfnisse kommunizieren, dann müssen wir ihnen beibringen, dass ihre Gefühle wichtig & wertvoll sind. Dass sie nicht einfach still sein sollten, wenn es ihnen gerade nicht gut geht.

“Das tut man nicht!” “Benimm dich!” – Offenbar ist die Meinung von anderen Menschen wichtiger als das, was dein Kind will. Vielleicht triggert dich das Verhalten und du schämst dich sogar dafür, dass sich dein Kind gerade außerhalb von gesellschaftlichen Normen verhält. Die Lösung für das Problem ist nicht, dass dein Kind still ist. Für deine Gefühle bist du selbst verantwortlich und daran kannst du auch selbst arbeiten!

Wozu führt Adultismus bzw. diese Art der Kommunikation mit dem Kind? ?

Das Kind fühlt sich schlecht, es ist frustriert. Kinder merken oft gar nicht, was hier passiert. Es ist einfach ein ungutes Gefühl. Kennst du das? Wir Erwachsenen haben das öfter nachdem wir mit jemandem gesprochen haben. Einfach ein unangenehmes Gefühl. Vielleicht fühlen wir uns energielos, vielleicht auch “falsch” – irgendwas ist in diesem Gespräch passiert. Während wir danach reflektieren können, können Kinder das noch nicht.  Viele Kinder suchen sich dann ein Ventil für solche Gefühle * und die Erwachsenen können sich nicht erklären, warum sich das Kind jetzt so komisch verhält.

In weiterer Folge führt Adultismus zu weniger Selbstwertgefühl (siehe oben: “meine Gefühle sind nichts wert”), wenig Selbstvertrauen, Hilflosigkeit/Ohnmacht. Und zu negativen Glaubenssätzen, die auch im Erwachsenenalter noch Einfluss haben und die viele blockieren. Erwachsene trauen sich vieles nicht, einfach nur, weil sie schon als Kind gehört haben, dass sie es sowieso nicht können und gar nicht erst versuchen sollten

Also bitte – lasst uns umdenken, lasst uns damit aufhören und lasst uns stattdessen unsere Kinder stärken!