Erziehung gendergerecht

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen?

Der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen ist der, dass die einen eine Vagina und die anderen einen Penis haben.

Welche vorgegebenen Unterschiede gibt es noch? Hmmm… Bis zu einem gewissen Alter: KEINE. KEIN EINZIGER UNTERSCHIED!!!!

Und doch müssen wir uns entscheiden…

Ob wir das Spielzeug und die Kleidung für Jungen oder für Mädchen kaufen. 

Ob wir zu “Team rosa” oder zu “Team blau” gehören. 

Ob unser Kind mit langen Haaren oder kurzen Haaren in der Gesellschaft akzeptiert wird. Ob es zum Ballett oder Karate gehen darf.

Und es gäbe noch so viele Beispiele mehr.

Männer und Frauen sind rein genetisch bis auf 1 % gleich. Und dieses eine Prozent ist offenbar blau oder rosa und färbt die gesamten restlichen 99 % mit ein. Wir wissen, dass wir mit einem Prozent Farbe nicht 99 % andere Farbe färben können – das können wir zwar bei Lebensmittelfarbe oder auch mit Acryl versuchen, jedoch wird das nicht viel verändern.

Warum ist das also bei Menschen so? Warum sind wir als Gesellschaft noch nicht weiter?

Mädchen hat hier vermutlich die Emanzipation geholfen auch in Hose und T-Shirt akzeptiert zu werden. Die kurzen Haare bei Mädchen werden gesellschaftlich jetzt dagegen oft noch immer nicht angenommen. Ist ein Mädchen wild und macht lieber “typische Jungs-Sachen”, dann wird sie einfach als “Räuber-Tochter” oder Wildfang betitelt und dann ist das vielleicht ein bisschen komisch und enttäuschend für die liebe Verwandtschaft, die sich auf die rosa Prinzessin gefreut hat – aber es wird akzeptiert.

Der kleine Bruder der “Räubertochter”, der sich gern um Puppen kümmert, dessen Lieblingsfarbe rosa ist, der sich seine Haare nicht schneiden lassen will und am liebsten jeden Tag im Tutu in den Kindergarten gehen möchte, wird hingegen nicht bestärkt. Die Verwandtschaft findet das komisch und schenkt ihm trotzdem Autos, Bagger, Flugzeuge (womit Jungs eben zu spielen haben) und die Eltern trauen sich nicht ihn im rosa Tutu in den Kindergarten gehen zu lassen, weil er ja dann vielleicht ausgelacht werden könnte

Ein Junge kann also bereits im Alter von 2-4 Jahren (je nachdem wann die Fremdbetreuung beginnt), nicht mehr der sein, der er sein möchte. Er muss sich den gesellschaftlichen Normen anpassen, sonst wird er belächelt oder sogar ausgelacht. Er darf heimlich zu Hause die Lockenwickler der Mama ausprobieren und mit dem rosa Tutu und Glitzer-Zauberstab durchs Haus flitzen – jedoch nur heimlich. Was werden sonst die Leute denken? Und was ist, wenn er ausgelacht wird?

Für Eltern ist das wirklich nicht leicht. Die meisten Eltern wollen ja, dass sich ihre Kinder möglichst frei entfalten können und dabei nicht auf Widerstand stoßen. Für eine kleine Kinderseele ist so eine Zurückweisung wegen des Aussehens ja nochmal schlimmer. Und auch das Lernen, dass es eben nur zu Hause im “Versteck” erlaubt ist, hilft den Jungen hier nicht. Das ist zwar toll von den Eltern, dass sie ihm das Ermöglichen, aber die Lösung ist das ja auch nicht.