Steckt unsere Männlichkeit in einer Krise?

NEIN natürlich nicht, aber…

…weshalb dürfen Männer nicht über ihre Gefühle sprechen?
…weshalb dürfen Männer keine „unmännlichen“ Schmerzen zeigen?
…weshalb dürfen Männer nicht Leiden?

Was jedoch wenn JA?

wie können wir für uns persönlich und auch für unsere
Familien diese Krise bewältigen, wo können wir einen Hebel
ansetzen und weshalb trägt die Gesellschaft diese Krise seit Generationen
mit sich herum?

Ist es wirklich nur ein, reiß dich zusammen, Männer weinen nicht,
und ein vom Ego geprägtes Weltbild des „starken“ Geschlechts?

„Die maskuline Hybris“

Während die Emanzipation voranschreitet und Frauen sich selbst in
„Männerdomänen“ einbringen und dabei ernst genommen werden, vererbt sich
das „Nicht-Ernstnehmen“ der männlichen Gefühlswelt von Generation zu
Generation weiter. 1zu1 lässt es sich jedoch nicht Spiegeln denn während die maskuline Gesellschaft ausschlaggebend für das „Nicht-Ernstnehmen“ der Frauen war sind es nun nicht die Frauen die unsere Gefühle nicht ernst nehmen können oder wollen, sondern wir Männer selbst tragen die Verantwortung dafür dass wir uns und unsere Gefühle Ernst nehmen.

Auch wenn wir es bis jetzt nicht lernen durften können wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen um in gewagter Manier unsere Gefühle zu ergründen und diese neuen Talente dann als Werkzeugtasche in der Kommunikation mit Kind und Partner einsetzen. Ja das klingt durchaus ungewöhnlich, und es fühlt sich anfangs auch ziemlich falsch an aber das legt sich spätestens dann wenn du erkennst dass du plötzlich
über eine neue Metaebene in der Kommunikation verfügst. Eine Ebene in
der Emotionen und Gefühle einen höheren Stellenwert besitzen als Worte und
das Ego, im übrigen sind es sehr oft Worte die zu Beziehungsdifferenzen führen
und das Ego verhindert die wertfreie Kommunikation und blockiert das aussöhnen.

Mit der Akzeptanz dass auch wir Männer Gefühle zeigen dürfen verändert sich
auch die Selbstwahrnehmung und die empathischen Fähigkeiten, durch die
zusätzlichen Kommunikationswege wird es aber auch unabdingbar aktiv Grenzen zu
setzen und die Grenzen anderer auch zu akzeptieren. im Prinzip ist es einfach,
ein Nein ist ein Nein auch dann wenn du den Drang verspürst deinen Partner
für etwas kritisieren zu müssen dann sag frag ob es dein Partner jetzt gerade
bereit dafür ist weil du etwas zu sagen hättest. Die Kommunikation wird sich dann Stück für Stück positiv  verändern.

Den Hebel setzen wir ganz einfach bei uns selbst an und um aus den Generationen alten Verhaltensmustern auszubrechen braucht es auch nur eines.

Den männlichen Mut eines raffinierten Raben!

Am Ende bleibt dann nur noch eine Frage zu klären, nicht Wie
schnell bewältigen wir unsere Krise sondern was bleibt vom archaischen
Bild des Mannes übrig wenn wir danach streben unser natürliches Wesen
wiederzufinden?